Die lange Suche nach Bagaya Souleymane
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Es ist 10h00 in Ouahigouya. Die Sonne scheint wie jeden Tag während der trockenen Saison und das Thermometer zeigt 46 ° an! Ein Fall von Noma wurde Dr. Zala gemeldet. Er ist Gründervater des Centre Pediatrique Medical Persis Burkina, CMPPB.
Seit der Eröffnung des eigenen Spitals (CMPPB) 2004 ist Madame Zala für die ganze Administration und die Direktion zuständig. Dr. Zala ist der einzige Arzt und behandelt bis zu 70 Patienten pro Tag.
Gemeinsam mit Dr. Zala und Frau Zala machen wir uns auf die Suche. Wie immer kann keiner sicher sein, ob die Suche erfolgreich sein wird. Die Angaben sind nicht immer so genau (viele Leute tragen die gleichen Namen und Vornamen) und ein paar Kilometer entfernt von Ouahigouya, die drittgrößte Stadt von Burkina Faso, sind oft weder Dorfschilder noch Straßenschilder vorhanden.
Wir halten auf einem traditionellen Markt Ausschau, um genauere Informationen zu bekommen. Hier ist jeder gesprächsbereit. Die Stimmung ist unglaublich locker und freundlich. Durch den Schatten der Bäume dringen Sonnenstrahlen hindurch, die die brillanten Farben der Früchte wie Mangos sowie der farbenfrohen Kleidung ein kontrastreiches und sattes Bild abgeben.
Es ist alles zu finden. Trotz der Armut und der Unfruchtbarkeit des Bodens in der Gegend ist Großzügigkeit zu spüren. Aus nichts wird viel gemacht, und jeder freut sich über die kleinsten Geschenke des Lebens.
Frau Zala nimmt jede Gelegenheit war, um über Noma zu sprechen. Am besten mit den traditionellen Heilern, die im Dorf die anerkannte Kompetenz für Gesundheit haben. Noma ist eine bakterielle Krankheit, an der vor allem Kinder erkranken und die zum Tod führen kann. Sie wird auch Gesicht der Armut genannt, da sie durch Unterernährung und mangelnde Hygiene ausgelöst wird. Die extreme Armut in Teilen Afrikas liefert den idealen Nährboden für die Verbreitung von Noma. Ohne Behandlung führt NOMA in 80% aller Fälle zum Tod. Entsetzliche Verstümmelungen sind das Schicksal der Überlebenden.
Der gemeinnützige Verein Gegen Noma e.V. aus Kempten unterstützt die sozialen Einrichtungen von Dr. Zala und finanziert Präventionsprogramme bzgl. Noma in Burkina Faso. Durch die Früherkennung mit Hilfe dorfeigener Heiler, ausreichender Ernährung und einfacher Behandlung mit Antibiotika und Desinfektionsmitteln kann die grausame Krankheit Noma bekämpft werden.
Wir sind wieder unterwegs. Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass man nicht komplett verloren ist: Keine Straße ist zu erkennen, Natur überall, nur Reifenspuren deuten auf Menschenpräsenz. Es dauert zwei Stunden, bis wir das Dorf gefunden haben. Immer wieder wurden wir in die falsche Richtung geschickt: Leute, die glaubten zu wissen, und die sich vor allem nicht trauten zu sagen, dass Sie unsere Fragen nicht beantworten können, führten uns zu falschen Dörfern. Und jedes Mal heißt es: „Es ist gleich um die Ecke“. Inzwischen haben wir kaum mehr Benzin und sind überglücklich, endlich angekommen zu sein.
Am Ziel sind wir aber immer noch nicht. Jetzt muss Frau Zala, Soziologin, mit viel Fingerspitzengefühl die richtigen Worte finden, um die Erlaubnis sowohl vom Chef der Gemeinde als auch vom Vater zu erhalten, das an Noma erkrankte Kind zu sehen. Die Krankheit Noma ist in den Dörfern unbekannt und die meisten Leute glauben, dass sie von Gott bestraft wurden.
Es geht um Bagaya Souleymane. Er ist 30 Jahre alt und wohnt in Guésséyam, 50 km von Ouahigouya entfernt. An seiner Lippe erkennt man, dass er wegen Noma bereits operiert wurde. Soulaymane erkrankte als 3jähriger an Noma“, erzählt sein Vater. Frau Zala empfiehlt ihm, zum Krankenhaus « Centre Persis » zu kommen, um operiert zu werden. Vor kurzem wurden 2 OP Räume nach europäischem Standard gebaut und eingerichtet. Der Chirurg Dr. Stéphane Gentyl aus Nizza wird in diesem Sommer erwartet, um Noma Kinder zu operieren.
Nachdem wir Soulayame wieder gefunden hatten, wuchs das Vertrauen innerhalb der Bevölkerung zu uns. Einer der Begleiter berichtete uns von einem weiteren Noma Fall, nicht weit von Souleymans Dorf. Also machen wir uns wieder auf den Weg, um das kranke Kind zu finden. Es ist Ouédraogo Issa, 2 Jahre alt. Als wir uns das Kind genauer ansehen, bemerken wir, dass es nicht an Noma erkrankt ist, sondern eine offene Lippe hat. Uns wird klar, dass das Kind mit dieser Lippe geboren wurde. Trotzdem wird das Kind zur Untersuchung gebracht, um eine ernste Lage auszuschließen.
Als wir uns verabschieden, kommt eine Mutter zu uns und zeigt uns voller Stolz ihr Baby. Es war unterernährt und dank der Behandlung im Krankenhaus von Dr. Zala konnte es gerettet werden. Dr. Zala setzt auf Nachhaltigkeit, indem er den Müttern der behandelten Kinder eine Unterweisung in Ernährung anbietet. Nur so ist sichergestellt, dass die Kinder nicht erneut durch Mangelernährung erkranken. Diese geschulten Mütter sind oft Multiplikatoren und bringen sogar anderen Müttern bei, wie man aus vorhandenem Getreide einen ausgewogenen Brei herstellt. Als Dank und Anerkennung bekommen wir eine lebende Poularde von ihrem Mann.
Unterstützen Sie den Verein „Gegen Noma eV“ und die sozialen Einrichtungen von Dr. Zala. Mit einem Informations- und Ausbildungsprogramm wird dort elementares Präventionswissen, wozu auch Hygiene gehört, vermittelt. In den drei Stufen Information, Früherkennung und medizinische Grundversorgung sollen so schließlich in jedem Dorf ein Gesundheitsagent und ein traditioneller Heiler in der Lage sein, die ersten Anzeichen von Noma frühzeitig zu erkennen, den Zustand des Kindes einzustufen, es zu behandeln oder bei schwerwiegender Beurteilung in ein Krankenhaus zu bringen.
Dr. Zala
Schwierige Infrastruktur in der Region Sahel
Traditioneller Markt
Traditioneller Heiler
Frau Zala im Dorf
Bagaya Souleymane
Stolze Mutter
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